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Schlank und großgewachsen gibt Rüdiger Beuttenmüller den perfekten Schwiegersohn ab.

Das Hemd ist blau-weiß gestreift, das Sakko dunkel, am Arm prangt eine teure Fliegeruhr.

Der Börsenexperte mit dem vollen Haar tritt betont seriös und zurückhaltend auf. Seine Erzählungen passen allerdings nicht ganz zu dem sauberen Erscheinungsbild, sie handeln von der "Anstaltsbücherei" und seiner grauenvollen Zeit in der "Einzelzelle".

Das Landgericht Hamburg hatte Beuttenmüller im vergangenen Jahr wegen Kursmanipulationen bei der Werft Bremer Vulkan und der Gontard & Metallbank für fünfein-halb Jahre ins Gefängnis geschickt.

Mit der Verbreitung falscher Meldungen über angebliche Sanierungspläne hatte er den Wert der Ramschaktien kräftig noch oben frisiert - um dann rechtzeitig und mit Gewinn auszusteigen.

Die geprellten Anleger blieben auf wertlosen Papieren sitzen.

Der passionierte Börsenstrickser gibt sich inzwischen geläutert.

Von einem inneren Reifungsprozess im Gefängnis spricht Beuttenmüller und vom Wertegerüst, das er überdacht habe.

Manchmal sei wohl "der Drang, im Mittelpunkt zu stehen, zu groß gewesen", sagt er. So mancher Branchenkenner zweifelt freilich an Beuttenmüllers Bekehrung zum Gutmenschentum.

Offenbar hat er in seiner Zelle vor allem über profitable Neuprojekte nachgedacht.

Seit März kann er als Freigänger jeden Tag Punkt acht Uhr das Gefängnis Glasmoor verlassen.

Dann fährt er in das Büro einer Beteiligungsgesellschaft - und arbeitet dort bereits eifrig an seinem nächsten Börsencoup.